Terramaster F2-223/F2-423/F4-223/F4-423/T6-423 (NAS, 2-4 Cores, Non-ECC, 2-4x 3,5",2x M.2 2280 NVMe, 2x 2,5GBit) Terramaster mit Proxmox VE, Proxmox Backup Server oder TrueNAS betreiben Der [GERÄTENAME] lässt sich mit wenigen Änderungen als kompakter Server für Proxmox VE, Proxmox Backup Server (PBS), Ultimate Backup Server oder TrueNAS einsetzen. Das System ist insbesondere für Homelab, Virtualisierung, Backup, ZFS-Storage und kleinere Serverumgebungen interessant. Nach dem Entfernen des vorhandenen USB-Sticks und dem Einbau geeigneter NVMe-SSDs lässt sich ein eigenes Betriebssystem grundsätzlich wie auf einem normalen Server oder PC installieren. Hinweis: Das Gerät ist weiterhin erhältlich. Je nach Hardware-Revision, BIOS-Version, eingesetzten NVMe-SSDs und verwendetem Proxmox-Kernel können sich einzelne Schritte oder die Hardwareunterstützung unterscheiden. Umbau für Proxmox VE, PBS und TrueNAS Für den grundlegenden Umbau sind nur wenige Schritte notwendig: Vorhandenen USB-Stick entfernen Zwei geeignete M.2-NVMe-SSDs einbauen Gewünschtes Betriebssystem installieren Anschließend kann das System beispielsweise mit folgenden Plattformen betrieben werden: Proxmox VE für Virtualisierung mit KVM und LXC Proxmox Backup Server für Backup und Wiederherstellung Ultimate Backup Server TrueNAS für Storage- und ZFS-Anwendungen Debian oder andere Linux-Distributionen Video zum Hardware-Umbau ApfelCast zeigt den grundlegenden Umbau des Systems im folgenden Video. Der für den Umbau interessante Abschnitt beginnt ungefähr bei 6:38 Minuten: Umbau bei ApfelCast auf YouTube ansehen Geeignete M.2-NVMe-SSDs Bei der Auswahl der M.2-NVMe-SSDs sollte insbesondere die Temperaturentwicklung berücksichtigt werden. Aufgrund der kompakten Bauweise des Systems können sehr warme SSDs problematisch sein. Nicht empfohlen: Micron 7450 Pro Bei unseren Tests wurden diese SSDs im Gerät zu heiß. Wir empfehlen sie daher für diese konkrete Konfiguration nicht. Mit Samsung PM9A1 haben wir dagegen brauchbare Erfahrungen gemacht. Die Temperaturen blieben bei unseren Systemen in einem normalen Bereich. Die Angaben beziehen sich auf unsere praktischen Erfahrungen mit den genannten Komponenten. Temperatur und Verhalten können von Gehäuse, Umgebungstemperatur, Firmware, Last und Hardware-Revision abhängen. Lüftersteuerung unter Proxmox VE und Linux Eine Besonderheit des Systems betrifft die Lüftersteuerung unter Linux und Proxmox VE. Der Onboard-Controller für die Steuerung der verbauten Lüfter wird standardmäßig nicht vollständig erkannt. Mit einem angepassten it87-Kernelmodul kann der Controller jedoch angesprochen und das verbaute Lüfterpaar gesteuert werden. Das verwendete Kernelmodul ist auf GitHub verfügbar: bbqlinux/it87 auf GitHub it87-Kernelmodul unter Proxmox installieren Wichtig: Die benötigten Kernel-Header müssen zur tatsächlich installierten Proxmox-Kernelversion passen. Der nachfolgend genannte Paketname proxmox-headers-6.5 stammt aus der ursprünglichen Installation und ist bei aktuellen Proxmox-Versionen entsprechend anzupassen. # Benötigte Pakete installieren apt install git dkms lm-sensors fancontrol # Passende Header für den aktuell verwendeten Proxmox-Kernel installieren apt install proxmox-headers-6.5 # Quellcode herunterladen cd /opt git clone https://github.com/bbqlinux/it87 cd it87 # Kernelmodul über DKMS bauen und installieren make dkms # Modul beim Systemstart automatisch laden echo "it87" > /etc/modules-load.d/it87.conf # Hardware-Sensoren erkennen sensors-detect Den Assistenten von sensors-detect anschließend durchlaufen lassen. In unserer Konfiguration konnten die vorgeschlagenen Standardwerte verwendet werden. Temperaturen und Lüfter mit lm-sensors prüfen Nach erfolgreicher Installation zeigt der Befehl: sensors die erkannten Hardware-Sensoren an. Mit dem angepassten Kernelmodul sollte zusätzlich der Controller it8613-isa-0a30 erscheinen. In unserer Konfiguration zeigt fan3 die Drehzahl des verbauten Lüfterpaares an. Dieser Ausgang wird anschließend für die automatische Lüftersteuerung verwendet. Automatische Lüftersteuerung mit pwmconfig und fancontrol Mit pwmconfig kann eine passende Konfiguration für fancontrol erstellt werden: pwmconfig Das geführte Skript prüft die verfügbaren Lüfterausgänge und ermöglicht die Zuordnung eines Temperatursensors. Anschließend können die gewünschten Temperatur- und Drehzahlschwellen definiert werden. Die fertige Konfiguration wird üblicherweise unter: /etc/fancontrol gespeichert. Nach Änderungen kann die Lüftersteuerung neu gestartet werden: systemctl restart fancontrol.service Der Status lässt sich anschließend kontrollieren: systemctl status fancontrol.service Einsatzmöglichkeiten als kompakter Proxmox-Server Nach dem Umbau bietet das System verschiedene interessante Einsatzmöglichkeiten. Mit zwei NVMe-SSDs lässt sich beispielsweise ein kleiner Proxmox VE Host mit redundantem ZFS-Mirror aufbauen. Alternativ eignet sich die Plattform für einen kompakten Proxmox Backup Server, einen Linux-Server oder – abhängig von der gewünschten Storage-Konfiguration – für TrueNAS und ZFS. Damit ist das Gerät insbesondere für Anwender interessant, die einen kompakten und flexiblen Server für Virtualisierung, Backup, Homelab oder Open-Source-Storage suchen und bereit sind, die Hardware entsprechend anzupassen. Technischer Hinweis: Diese Dokumentation basiert auf unseren praktischen Erfahrungen mit dem Gerät. Insbesondere Kernelmodule, Proxmox-Kernel, Paketnamen und Hardwareunterstützung können sich mit neueren Softwareversionen ändern. Prüft daher vor der Installation insbesondere die aktuell verwendete Kernelversion und installiert die dazu passenden Header-Pakete.